Alle Neuigkeiten aus dem Erfurter Zoopark

17.04.24: Gepardin Jala zieht nach Saarbrücken

Am gestrigen Dienstag stand im Thüringer Zoopark ein ganz besonderer Transport an. Schon früh am Morgen setzte sich das auffällig gemusterte Zooauto in Bewegung, mit an Bord die fast sechsjährige Gepardin Jala. Die reibungslose Verladung in die Transportkiste war ein Ergebnis der vertrauensvollen Beziehung zu ihren Tierpfleger:innen und dem regelmäßigen Tiertraining.

Die im Jahr 2018 im Erfurter Zoo geborene Jala wird nun auf Empfehlung des Zucht­buchkoordinators des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Geparde in Saarbrücken leben. Dort wird sie zusammen mit einem älteren Kater in einer nicht züchtenden Gemeinschaft ihr Zuhause finden. Aufgrund einer vermutlich genetisch bedingten Erkrankung darf sich Jala nicht fortpflanzen.

Während Jala Erfurt verlässt, erhielt die in Erfurt verbleibende Gepardin Judy (Djehuti) eine Zuchtempfehlung vom EEP. In den kommenden Wochen wird ein junger Kater in die neue Gepardenanlage in Erfurt einziehen. Die Nachzuchten aus dieser Verpaarung werden zwingend für die weitere Erhaltungszucht dieser charismatischen Tierart benötigt.

Die Bedrohung der Geparde in der Wildbahn sowie ihre Zucht in Zoos sind zwei As­pekte, die eng miteinander verbunden sind und große Herausforderungen darstellen. In seinen Ursprungsgebieten hat der Gepard mit verschiedenen Bedrohungen zu kämpfen, die seinen Bestand gefährden: Dazu gehören der Verlust seines natürlichen Lebensraums durch die Ausbreitung menschlicher Siedlungen und die Umwandlung von Wildgebieten in landwirtschaftlich genutzte Flächen. Dies führt zu einer zuneh­menden Fragmentierung seines Lebensraums, was seinerseits die natürliche Wander­ung und den Austausch von Populationen erschwert. Zusätzlich ist der Gepard vielfach Opfer von Wilderei und dem illegalen Handel mit Tierprodukten. Die geringe geneti­sche Vielfalt aufgrund von Inzucht in einigen Populationen verschärft die Situation zusätzlich.

Um den langfristigen Schutz des Geparden zu gewährleisten, spielen Zoos eine wichti­ge Rolle. Durch ihre Beteiligung an internationalen Erhaltungszuchtprogrammen tra­gen Zoologische Gärten zur genetischen Vielfalt und zum langfristigen Überleben der Art bei. Die Zucht in Zoos ermöglicht es auch, das Verhalten und die Biologie dieser faszinierenden Raubkatze besser zu verstehen, was wiederum dabei helfen kann, effektivere Schutzmaßnahmen in der Wildbahn zu entwickeln. Auch die Erfurter Geparden waren bereits mehrfach an Forschungsarbeiten hierzu beteiligt. So konnte im Erfurter Zoo eine durch künstliche Intelligenz gesteuerte Fangeinrichtung für Geparde entwickelt – für medizinische Untersuchungen und um die Tiere in sichere Gebiete umzusiedeln – und individuelle Lautäußerungen erforscht werden.

Allerdings stehen auch Zoos vor Herausforderungen bei der Haltung und Zucht von Geparden. Die Bewahrung einer gesunden genetischen Vielfalt und das Management von Populationen in menschlicher Obhut erfordern sorgfältige Planung und Koordina­tion. Darüber hinaus müssen Zoos sicherstellen, dass die Bedürfnisse der Geparde in Bezug auf Platz, Sozialstruktur und natürliche Verhaltensweisen bestmöglich erfüllt werden, um ihr Wohlergehen zu gewährleisten.

Insgesamt ist die Zusammenarbeit zwischen Zoos, Naturschutzorganisationen und Regierungen entscheidend, um die Bedrohungen für Geparden in der Wildnis anzu­gehen und gleichzeitig eine gesunde und nachhaltige Population in menschlicher Obhut zu erhalten, um den Erhalt dieser faszinierenden Tiere zu sichern.

11.04.24: Plötzlich großer Bruder: Nachwuchs bei den Mohrenmakis

Seit dem vergangenen Juli leben die Mohrenmakis Uta, Brutus und Bruno im Lemurenwald des Zooparks Erfurt. Kurz vor seinem ersten Geburtstag ist Bruno nun großer Bruder geworden. Ob er demnächst mit Bruder oder Schwester durch die Anlage tobt, wird sich noch zeigen...

Der Mohrenmaki (Eulemur macaco) ist ein mittelgroßer Lemur. Mohrenmakis weisen einen starken Geschlechtsdichromatismus auf: Die Männchen sind vollkommen schwarz, während die Weibchen gelb- bis rostbraun gefärbt sind und weiße Ohrbüschel tragen. Die Jungtiere können eine sehr unterschiedliche Körperfärbung haben, meist sind sie dunkel gefärbt. Das Geschlecht lässt sich anfangs ausschließlich über die Farbe der Ohrbüschel bestimmen – männliche Jungtiere tragen immer schwarze Ohrbüschel tragen, weibliche hingegen weiße – wobei bei dem in Erfurt geborenen Jungtier noch Uneinigkeit ob der Farbe der Ohrbüschel herrscht.

Vater Brutus und Bruder Bruno zeigen sich sehr interessiert. Um Mutter und Jungtier Ruhe zu geben, verbringen die beiden einen Teil des Tages zu Zweit. Ab und zu unternimmt das Gespann schon kurze Ausflüge in den Außenbereich. Am 15. April, wenn Brutus seinen ersten Geburtstag feiert, wissen wir bezüglich des Jungtieres hoffentlich mehr. Noch trägt die 16-jährige Uta den Nachwuchs gut behütet am Bauch. Sobald das Jungtier mit etwa zwei Wochen auf den Rücken klettert, wird es besser zu sehen sein. Die Tragzeit bei Mohrenmakis beträgt rund 130 Tage. Meist wird ein Junges geboren, selten Zwillinge. Mit 6 bis 7 Monaten sind die Jungtiere entwöhnt und selbständig.

Im Freiland sind Mohrenmakis stark gefährdet. Beschränkt auf ein kleines Gebiet im Nordwesten Madagaskars sowie auf die Inseln Nosy Be und Nosy Komba, besiedeln die Mohrenmakis Feuchtwälder. Ihr Lebensraum ist zudem stark fragmentiert und wird durch Brandrodungen weiter zerstört. Darüber hinaus werden die Tiere gejagt und gefangen. Die Art wurde bereits 1986 als gefährdet eingestuft. Seit 2020 gilt sie als stark gefährdet. Die Bestände sind leider Rückläufig.

Mohrenmakis sind tag- und nachtaktiv, sie ernähren sich hauptsächlich von Früchten, nehmen aber auch junge Blätter, Sämlinge, Blüten, Nektar, ergänzt durch Pilze, Rinde und Wirbellose. Sie leben in Gruppen von bis zu 15 Individuen, die sich um einen Kern von dominanten Weibchen bilden. Der Kontaktruf der aufgeweckten Lemuren ist ein tiefes Grunzen, bei Alarm wird gekreischt. In den Abendstunden lassen sie gemeinsam Geschrei erklingen. Gegenseitige Fellpflege, mit der unteren, fast waagerecht stehenden und damit kammähnlichen Zahnreihe, steht hoch im Kurs. Ein zweites zentrales Putzwerkzeug befindet sich am Hinterfuß; die zweite Zehe hat einen auffällig langen Nagel und wird auch „Putzkralle“ genannt. Außerdem markieren Mohrenmakis mit ihren Analdrüsen ihre Artgenossen und ihre Umgebung.

In den kommenden Tagen werden weitere Fotos und Informationen zum Mohrenmaki-Nachwuchs folgen. Aktuell wollen wir Uta und ihr Jungtier nicht unnötig stören.

08.04.24: Lämmer, Zicklein, Ferkel und Kälbchen: Nachwuchs auf dem Bauernhof

Auf dem Bauernhof gibt es derzeit zahlreichen Tiernachwuchs zu bestaunen: Thüringer Waldziege, Bulgarenziege, Krainer Steinschaf, Rhönschaf, Hinterwälder Rind, Woll¬schwein – es blökt, grunzt und ruft an jeder Ecke.

Der Axmanns Hof ist ein Schaubauernhof, auf dem sich viele alte wie schützenswerte Haus- und Nutztierrassen tummeln. Die auf den Koppeln des Hofs lebenden Thüringer Waldziegen, Rhönschafe, Krainer Steinschafe und die Bulgarenziegen zählen zu den gefährdeten Haustierrassen und haben allesamt Nachwuchs.

Krainer Steinschafe stammen ursprünglich aus dem Alpenraum; sie sind unterschiedlich gefärbt, teilweise sogar gescheckt. Sie leben zusammen auf einer Koppel mit den Rhön­schafen, die sehr gut an dem schwarzen Kopf bei sonst weißem Fell zu erkennen sind. Ebenfalls mit auf der Koppel leben die Thüringer Waldziegen und ihr Nachwuchs.

Nebenan leben die Hinterwälder Rinder, deren erstes Kalb dieses Jahres neugierig die Koppel erkundet. Bei Familie Wollschwein, direkt gegenüber, entdecken drei kleine Fer­kel die Welt samt benachbarter Koppeln. Auffällig temperamentvoll ist der Nachwuchs der Bulgarenziegen, ob Holzstämme, Futtertrog oder Muttertier, sie zeigen überall, was für geschickte Kletterer sie sind. Auffälligstes Merkmal der Bulgarenziegen ist das lange Fell und, bei den Böcken, die großen, in sich gedrehten Hörner.

2019 wurde unser Bauernhof von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. als so genannter Archepark ausgezeichnet. Hier gibt es neben den beschriebenen Tieren auch Thüringer Waldesel, Bulgarenesel, Cröllwitzer Puten, Lauf­enten, Steinbacher Kampfgänse und andere Tiere zu bewundern.

In den kommenden Tagen und Wochen wird weiterer Tiernachwuchs bei den Haus- und Nutztieren des Zoos erwartet, beispielsweise bei den Quessant-Schafen, den Westafrika­nischen Zwergziegen, den Haus-Yaks, den Trampeltieren aber auch bei den Bisons.

Für alle Tiere im Zoopark Erfurt können Tierpatenschaften übernommen werden. Wer Interesse an einer Tierpatenschaft hat, findet auf der Seite der Zooparkstiftung unter www.zooparkstiftung-erfurt.de alle Informationen sowie Ansprechpartner.

28.03.24: Sonnensittich, Graupapagei, Balistar und Edwardsfasan – Volierenneubau eingeweiht

Am gestrigem Mittwoch wurde der Volieren-Neubau unterhalb des Plateaus eingeweiht. Der aus drei Volieren bestehende Neubau ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Verein der Zooparkfreunde in Erfurt e. V., der Thüringer Zooparkstiftung und dem Thüringer Zoopark Erfurt.

Verein und Stiftung trugen gut drei Viertel der Baukosten, der Zoopark Erfurt investierte rund 85.000 Euro in die Anlage und erbrachte Eigenleistungen bei der Einrichtung und Gestaltung der Volieren. Im Rahmen der Einweihung dankten die Bauherren den Mit­gliedern, Tierpaten und Spendern, mit deren Engagement dieses Vorhaben erst möglich wurde.

Die neuen Bewohner haben die unmittelbar am Besucherweg gelegene Anlage gut angenommen: Balistar und Edwardsfasan teilen sich eine Voliere. Die zwei Brutpaare sind Vertreter stark gefährdeter Arten. Ohne die Zucht in menschlicher Obhut wären bei­de Arten ausgestorben. Umso schöner, dass die Balistare in ihrer neuen Unterkunft drei Küken großziehen und die Edwardsfasane derzeit brüten. Die mittlere Voliere bewohnen unsere Graupapageien Bruno und Bärbel, die vielen langjährigen Zooparkbesuchern wohlbekannt sind. In der rechten Voliere sind sechs Sonnensittiche eingezogen. Die Sittiche sind nicht nur auffällig gefärbt, sie sind auch außerordentlich gut zu hören. Auch hier sind die ersten Küken geschlüpft. Die Sonnensittich-Voliere ist so angelegt, dass perspektivisch noch bodenbewohnende Vögel einziehen werden.  

Wie für alle Tiere im Zoopark Erfurt, können auch für Sonnensittich, Balistar und Co. Tierpatenschaften übernommen werden. Wer Interesse an einer Tierpatenschaft hat, findet auf der Seite der Zooparkstiftung unter www.zooparkstiftung-erfurt.de alle Informationen sowie Ansprechpartner.

21.03.24: Kröte, Gundi oder Hörnchen - SWE verlosen Tierpatenschaften

Gewinne 1 von 30 Tierpatenschaften für einen Bewohner des Thüringer Zoopark Erfurt. Wähle dazu aus einer Liste von 10 Tieren dein Wunschtier aus. Mit etwas Glück gewinnst du die Patenschaft und die SWE übernehmen die Kosten. Die Patenschaft wird direkt mit der Thüringer Zoopark Stiftung geschlossen, gilt für ein Jahr und kann auf Wunsch verlängert werden.

Die Teilnahme am Gewinnspiel ist ganz einfach:

Bitte hinterlege im Profil der App "SWE Für Erfurt" deine SWE Energie-Kundennummer und dann kannst an der Vorteils-Verlosung teilnehmen. Zur Teilnahme an der Verlosung brauchst du nur den Button "Vorteil einlösen" drücken. Wenn daraufhin ein Häkchen und der Text "Vorteil eingelöst" erscheint, hast du am Gewinnspiel teilgenommen. Der Einsendeschluss ist der 08.04.2024. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Hier geht's zum Gewinnspiel

20.03.24: Balistar - in der Natur vom Aussterben bedroht

Drei hungrige Mäuler strecken sich unserem Balistar-Paar seit Mitte März entgegen. Erst kürzlich zogen die beiden Balistare zur Eingewöhnung in ihre neue Voliere, die sie sich mit den ebenfalls hoch bedrohten Edwardsfasanen teilen. Die neue, aus drei Volieren bestehende, Anlage wird am kommenden Mittwoch offiziell eingeweiht.

Wie der Name schon sagt, lebt der Balistar in Südostasien auf der Insel Bali. Außerdem gibt es eine angesiedelte Population auf der südöstlich von Bali gelegenen Insel Nusa Penida. Der Lebensraum des Balistars ist geprägt von Trockenwald, Graslandschaften und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Dort ernähren sich die Vögel von Insekten, Wir­bellosen, aber auch von Früchten. Es gibt im Freiland nur wenige Dutzend Vögel. Ob­wohl sie in einem Nationalpark leben, werden immer wieder welche für den Heimtier­handel gefangen werden. Zudem wird weiterhin Wald in Plantagen umgewandelt und menschliche Siedlungen bereiten sich aus.

Der vom Aussterben bedrohte Balistar ist für die europäischen Zoos eine Art, die höchste Priorität genießt. Die Erhaltung einer ex situ-Population (außerhalb des ursprünglichen Lebensraums) wird durch ein Zuchtprogramm gewährleistet, aus dem wiederholt Vögel zurück nach Indonesien gebracht und in Schutzgebieten ausgewildert werden konnten. Dementsprechend ist die Art recht häufig in Zoos anzutreffen, sie wird in rund 140 euro­päischen Zoos gehalten. Das Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wird vom Kölner Zoo koordiniert. Man geht davon aus, dass der Bestand auf Bali ab 2006 ausge­storben war und nur durch ausgewilderte Vögel wieder aufgebaut werden konnte.

Balistare sind ausgesprochen friedlich und lassen sich gut mit anderen Arten vergesell­schaften. Das Höchstalter wird mit 22 Jahren angegeben. In ihrer neuen Voliere haben sich die Balistare gut eingelebt und zeigen wenig Scheu vor den Besuchern.

Während die Voliere für die Balistare und Edwardsfasane sowie die Voliere für die Graupapageien bereits fertiggestellt ist, laufen die finalen Arbeiten an der Voliere für unsere Sonnensittiche auf Hochtouren. Am 27. März wird die neue Anlage gemeinsam mit dem Verein der Zooparkfreunde und der Zooparkstiftung Erfurt eröffnet, denn bei dem Neubau handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt.   

18.03.24: Hautpflege XXL – Elefantenbäume eingeweiht

Mit großem Interesse und einigem Trompeten hat unsere Elefantenherde den ersten der drei Großbäume auf der Elefantenanlage in Beschlag genommen. Die rund zehn Meter aus dem Boden ragende Eiche dient den Dickhäutern zur Hautpflege und Beschäftigung.

In der letzten Woche wurden auf der Elefantenanlage drei Großbäume in den Boden eingelassen. Die drei Eichen messen knapp 13 Meter und wiegen drei bzw. vier Tonnen. Bis die Vorbereitungen abgeschlossen waren, vergingen einige Wochen und viele Part­ner waren im Boot, denen wir an dieser Stelle herzlich danken: Ein besonderer Dank gilt dem Thüringer Forstamt Erfurt-Willrode, deren Kollegen im Rahmen der anfallenden Forstarbeiten Ausschau gehalten haben nach geeigneten Bäumen und diese für uns ent­sprechend vorbereitet haben, Danke auch an die Firma Forst-Service Stephan für den Transport. Die Erfurter Niederlassung der Firma Spie SAG schenkte dem Zoopark eine Seitenkippwanne für den Radlader und die erfahrenen Kollegen der MaxiMum Kran­technik sprangen recht kurzfristig ein und hoben die Baumriesen in die vorbereiteten Bodenhülsen.

Die beiden Bäume auf der Außenanlage der Kühe werden dann im April für die Elefanten zugänglich sein, sobald der hintere Teil der Anlage mit zunehmender Vegetation wieder geöffnet wird. Die Bäume dienen den Elefanten als Beschäftigung: Sie eigenen sich gut zur Hauptpflege. Die Rinde werden die Elefanten in Kürze vollständig abgeschält haben. Außerdem sind die Bäume bestens geeignet um sich anzulehnen oder auch dafür, die eigenen Kräfte zu messen. Darüber hinaus sind die drei Bäume eine optische Bereicherung für die Anlage.

Das Interesse unserer Elefanten war ziemlich groß und auch unsere Gäste waren begeistert ob der lautstarken Reaktion. Nach Schlammpackung, Sandbad und Vollbad, wurde sich ausgiebig an dem Stamm geschubbert, die Rinde wurde mit Stoßzähnen und Rüssel abgeschält und die Stabilität mit vollem Körpereinsatz geprüft. Wir freuen uns sehr, dass die Bäume so gut angenommen werden.

15.03.24: Hallo Karim – Trampeltierhengst in Erfurt eingetroffen

Am heutigen Freitagmorgen traf der Trampeltierhengst Karim im Thüringer Zoopark Erfurt ein. Geboren wurde der zweijährige Hengst im Opelzoo Kronberg. Mit einem Jahr zog er in die Außenstelle des Tierparks Görlitz, welcher bekannt ist für seine gute Grundausbildung junger Kamele.

Mit Karim legt der Zoopark Erfurt den Grundstein für die zukünftige Zucht und Trainingsarbeit der Trampeltiere. Der junge Hengst ist sehr ausgeglichen, hat ein freundliches Wesen und eine ausgeprägte Mimik.

Den Sommer verbringt Karim mit zwei unserer Kamelstuten, Zari und Khalessi, auf der Sommerweide oberhalb der Festwiese. Die beiden haben den jungen Trampeltierhengst freundliche empfangen. Karim kam im Tausch mit einer im Jahr 2023 geborenen Trampeltierstute nach Erfurt.  

Am kommenden Sonntag, den 17. März, wird Karim zwei Jahre alt. Besuchen kann man ihn nahe der Festwiese. Karim ist gut zu erkennen, er ist in der Gruppe der drei Kamele der kleinste, mit seinen zwei Jahren ist er noch nicht ausgewachsen.

Trampeltiere gehören zur Familie der Kamele, diese gibt es mit zwei Höckern (Trampeltier), mit einem Höcker (Dromedar) sowie ohne Höcker (Lama). Im Zoopark Erfurt leben Trampeltiere und Lamas.

28.02.24: Fällung Blauglockenbaum unumgänglich

Schweren Herzens müssen wir uns von unserem Blauglockenbaum am Nashornhaus trennen. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Über die letzten Jahre musste immer mehr Totholz entfernt und Pflaster ausgebessert werden, was uns zu einer erweiterten Untersuchung des Baumes veranlasste. Das Baumgutachten spricht leider eine deutliche Sprache, so dass der Blauglockenbaum heute im Sinne der Sicherheit für Mensch und Tier gefällt werden musste.

Die Paulownia befindet sich, laut des beauftragten Baumgutachters, in einer viel zu klein bemessenen und zum Teil durch Betonelemente stark eingegrenzten Baumscheibe, welche nicht nur im Durchmesser, sondern auch in der Tiefe nicht ausreichend Platz für eine ordentliche Verankerung der Wurzeln im Boden bietet. Resultierend aus dem Gut­achten wurde der Blauglockenbaum auf seine Standsicherheit überprüft. Das Ergebnis dieser Prüfung ergab, dass der Baum nicht standsicher und somit auch nicht verkehrs­sicher ist. Ein Rückschnitt könnte die Stand- und Verkehrssicherheit ebenfalls nicht garantieren und würde den Baum nachhaltig schädigen.

Aufgrund zahlreicher guter Eigenschaften des Blauglockenbaums haben wir bereits mehrere Bäume nachgepflanzt. Ein Exemplar befindet sich auf der Festwiese und ein anderer Baum wurde vor dem Teich an der Zooschule gepflanzt. Weitere Bäume stehen bei unserem Gärtnerteam in den Startlöchern. Bezüglich des Nashornhauses arbeiten wir an einer guten Lösung für eine zukünftige Beschattung und Bepflanzung.

Der Blauglockenbaum, auch bekannt als Paulownia, Kiri- oder Kaiserbaum, ist ein attrak­tiver wie bienenfreundlicher Park- und Zierbaum, der zu den beeindruckendsten und am schnellsten wachsenden Bäumen gehört. Besonders auffällig sind seine blauvioletten, nach Veilchen duftenden Blüten und die gewaltigen herzförmigen Blätter. Die großen Blätter binden Schadstoffe, verbessern die Luftqualität, verrotten schnell und reichern den Boden mit Humus an. Die Paulownia ist trockentolerant, unempfindlich gegenüber Schädlingen und gut an den Klimawandel angepasst. Durch die aufgrund des schnellen Wachstums deutlich schnellere CO²-Speicherung wird die Paulownia dem Ruf des Klima­baums mehr als gerecht. Sie bindet innerhalb von 20 Jahren mehr als 1.000 kg Kohlen­stoffdioxid; eine Eiche verbraucht im selben Zeitraum rund 26 kg. Auch die Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit kann in Zeiten des Klimawandels einen entscheidenden Vorteil bieten.

23.02.24: Nachwuchs bei den Keas

Nadea und Maurice, unser Kea-Zuchtpaar, hat erneut erfolgreich gebrütet. Vier Küken tummeln sich in der Nisthöhle, sie schlüpften am 9., am 10. sowie am 12. Februar. Die erfahrenen Elterntiere kümmern sich sehr gut um ihren Nachwuchs, der wohlauf und gut genährt ist.

Bis die vier Keas erstmals die Voliere erkundet, werden noch ein paar Wochen vergehen. Papageienvögel kommen nackt und schutzlos auf die Welt, sie sind auf Wärme und Futterbrei ihrer Eltern angewiesen. Aktuell haben die jungen Keas ein zartes Flaumfe­derkleid, in welchem sich langsam erste Federkiele zeigen. Vögel entwickeln sich in den ersten Wochen rasant. Während das älteste der vier Küken bereits die Augen öffnet, ist das zuletzt geborene Küken deutlich kleiner und die Augenlieder sind geschlossen.

Maurice trägt emsig Futter von der Außenvoliere zur Nisthöhle, damit Nadea und der Nachwuchs optimal versorgt sind. Nadea lässt sich nur selten in der Voliere sehen, die meiste Zeit verbringt sie mit ihren Küken. Bei der Aufzucht der Jungen werden die Elterntiere durch zusätzliche Futtergaben unterstützt. Kontrollen durch die Bereichs­pfleger und die Tierärzte erfolgen so wenig wie möglich und so viel wie nötig.

Ende März/Anfang April findet der erste große Check-Up-Termin des Tierarztes statt, dabei wird den Jungvögeln Blut abgenommen, sie erhalten eine erste Impfung und einen Transponder. Außerdem wird ihnen eine Feder gezogen, um per DNA-Test das Geschlecht bestimmen zu lassen. Diese Vorgehensweise ist üblich, da sich männliche Keas äußerlich nicht von ihren weiblichen Artgenossen unterscheiden. Erst danach wird es die Möglichkeit geben, über die Zoopark-Stiftung eine Patenschaft zu übernehmen.

Der Thüringer Zoopark Erfurt hält seit 2014 Keas (Nestor notabilis). Die in ihrer ur­sprünglichen Heimat Neuseeland stark gefährdeten Vögel sind ausgesprochen intelli­gente Papageien, die ein ausgeprägtes Sozial- und Spielverhalten zeigen und mit ihren Schnäbeln alles erkunden. Keas brauchen sehr viel Abwechslung. Deshalb landen immer wieder Dinge wie Kartons, Papprollen, Spielzeug und Holz in ihrer Anlage, die sie nach Herzenslust erkunden und zerlegen können.

01.02.24: Kleiner Kletterkünstler mit großer Aufmerksamkeit - der Gecko ist Zootier des Jahres

Im Aquarium des Kölner Zoos wurde gestern das Zootier des Jahres 2024 vorgestellt – der Gecko. Da die Bestände vieler Geckoarten akut gefährdet sind und immer weiter abnehmen, sollen die Geckos nun ein Jahr lang im Rampenlicht stehen. Der Thüringer Zoopark Erfurt ist seit vielen Jahren fester Partner des Kimboza-Forest-Projektes zur Rettung des Himmelblauen Zwergtaggeckos – einem der Fokustiere der diesjährigen Kampagne.

Zu Pulver zermahlen, als Tee aufgebrüht oder in Alkohol eingelegt – so endet manch Gecko und wird damit Opfer eines Aberglaubens, welcher den Tieren besondere Heilkräfte zuschreibt. Dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Beweise, doch die Nachfrage nach diesen vermeintlichen Medikamenten steigt dramatisch.

Generell sind Geckos mit einer Vielzahl unterschiedlicher Bedrohungen konfrontiert. Diese reichen von der Verschmutzung und dem Verlust des Lebensraumes, Schäden durch invasive Arten, dem Klimawandel bis hin zur übermäßigen Absammlung für den Heimtierhandel oder der Verwendung in der traditionellen asiatischen Medizin und als Delikatesse. Dabei faszinieren diese Reptilien uns Menschen, wenn sie sich mit speziellen Haftlamellen an den Zehen hervorragend auf glatten Flächen wie Blättern oder sogar Glas, sicher fortbewegen.

Viele Geckoarten haben nur kleine Verbreitungsgebiete und sind auf bestimmte Faktoren in ihrem Lebensraum angewiesen. Das Verbreitungsgebiet der Himmel­blauen Zwergtaggeckos etwa umfasst den gerade mal 4 km² großen Kimboza-Wald sowie zwei angrenzende kleine Gebiete in Tansania. Dort bedrohen Waldbrände und invasive Pflanzen die Geckos. Denn Himmelblaue Zwergtaggeckos sind für ihr Über­leben auf Pandanuspalmen angewiesen, die durch invasive Pflanzen verdrängt und durch Feuer zerstört werden.

Um den im Fokus stehenden Geckoarten zu helfen, werden mit den Kampagnen­geldern neue Schutzgebiete aufgebaut, Erhaltungszuchtstationen etabliert, Öffent­lichkeitsarbeit betrieben, Waldbrandschneisen angelegt und Ausrüstungsgegen­stände sowie Transportmittel für die Projektteams finanziert.

Eine Verknüpfung von In-situ- (im Lebensraum) und Ex-situ-Maßnahmen (in der Hal­tung) hat sich als besonders wirksam für einen effektiven Artenschutz herausgestellt. Projekte vor Ort, Behörden und zoologische Gärten müssen hierbei Hand-in-Hand arbeiten. Die IUCN (Internationale Union zur Bewahrung der Natur) verdeutlicht im neuen Positionspapier die Schlüsselrollen, die Zoologische Gärten an der Schnitt­stelle zwischen der Erhaltung in den Zoos und im ursprünglichen Lebensraum spielen.

2023 erfolgreiches Jahr für das Kimboza Forest Projekt

Im Jahr 2023 wurden allein im Thüringer Zoopark Erfurt 2749,19 Euro Spen­dengelder für das Kimboza Forest-Projekt gesammelt. Neben dem Spenden­trichter im Nashornhaus waren es auch Spenden und Erlöse zu Zooparkveran­staltungen, durch die diese hohe Summe zusammenkam. Mit dem Geld wird das Erhaltungsprojekt für den Himmelblauen Zwergtaggecko unterstützt und erweitert.

Der Himmelblaue Zwergtaggecko Lygodactylus williamsi ist fast ausgerottet. Er ist endemisch in Tansania und sein größtes Refugium – der Kimboza-Wald – umfasst gerade noch 4 km². Dieser Wald ist der artenreichste Tieflandregen­wald in Tansania. Ein Restbestand, der durch illegale Abholzung, dem Vordrin­gen einer invasiven Baumart und durch Waldbrände bedroht ist. Der Gecko pflanzt sich ausschließlich auf einer einzigen Baumart fort: der Pandanus-Palme. Diese wächst nur auf ca. 17 Prozent der Fläche im Kimboza-Wald, so dass der tatsächliche Lebensraum noch kleiner als die Waldfläche ist.

Der Thüringer Zoopark Erfurt, die Vivaristische Vereinigung e. V. und die Zoo­logische Gesellschaft für Arten und Populationsschutz (ZGAP) haben deshalb im August 2020 eine Kampagne und ein Projekt begonnen, den Gecko und sei­nen Wald zu erhalten. Das Projekt wird vor Ort von Dr. Charles Kilawe geleitet und wissenschaftlich durch die Sokoine Universität begleitet. Durch das Pro­jekt werden Waldbrandschneisen freigehalten, nicht-einheimische Bäume aus dem Regenwald entfernt und Patrouillen gegen Wilderei und illegalen Holzeinschlag durchgeführt.

Das erfolgreiche Projekt wurde 2023 erweitert. Es gibt jetzt zwei Rundwander­wege mit Infotafeln zu Besonderheiten. Der Ökotourismus soll 2024 weiter ausgebaut werden. Eine Baumschule wurde ebenfalls neu gebaut. 2023 wur­den allein 1800 einheimische Bäume und Pandanus-Palmen gepflanzt und der Wald renaturiert. Weitere Flächen sollen 2024 wieder aufgeforstet werden.

Sämtliche Arbeiten werden durch Menschen der umgebenden Dörfer durchgeführt und vom Projekt bezahlt. Sie wollen mithelfen? Kontakt und Infos zum Projekt gibt es beim Thüringer Zoopark Erfurt unter heike.maisch@erfurt.de.

Die Kampagne „Zootier des Jahres“

Die „Zootier des Jahres“- Artenschutzkampagne wurde 2016 mit dem Ziel ins Leben gerufen, sich für stark gefährdete Tierarten einzusetzen, die nicht so bekannt sind und deren Bedrohung bisher nicht oder kaum im Fokus der Öffentlichkeit steht. So konnten in der Vergangenheit beispielsweise wichtige Projekte für den Erhalt von Rotohraras in Bolivien, Scharnierschildkröten in Kambodscha oder Java-Pustelschweine in Indonesien realisiert werden. Bei den Bemühungen, die gesteckten Ziele für die im Fokus stehenden Arten zu erreichen, wird die ZGAP von ihren Partnern der Gemeinschaft der Zooförderer (GdZ), der Deutschen Tierpark-Gesellschaft (DTG) und dem Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) unterstützt.

Mit den Kampagnengeldern werden verstärkt Schutzmaßnahmen für verschiedene Geckoarten in Vietnam und Tansania umgesetzt und Umweltbildungsmaßnahmen gestartet. Spendengelder, die im Laufe dieses Jahres gesammelt werden, verstärken die Reichweite der Aktivitäten. In mehreren Regionen Vietnams werden etwa neue Erhaltungszuchtstationen errichtet oder bestehende Haltungen erweitert. In Tansania wird mit den Kampagnengeldern ein neues Schutzgebiet ausgewiesen und aufgebaut, um den Lebensraum der Himmelblauen Zwergtaggeckos zu vergrößern und die bisher getrennten Geckopopulationen wieder zusammenzubringen.

Weitere Informationen: https://zootierdesjahres.de/

29.01.24: Erster Nachwuchs in diesem Jahr - vier Kaschmirziegen geboren

Erster Kaschmirziegennachwuchs im Zoopark Erfurt. Die Freude war groß, als die beiden Kaschmirziegen Nara und Sharina, die seit August 2022 im Zoopark Erfurt leben, am Montag und Mittwoch jeweils zwei gesunde weibliche Jungtiere zur Welt brachten. Mittlerweile sind die kleinen Zicklein so fit, dass sie stundenweise die Außenanlage erkunden.

Unsere Kaschmirziegen leben auf dem Plateau – direkt gegenüber den Haus-Yaks und Hissarschafen, zwei weiteren asiatischen Haustierrassen – in unmittelbarer Nähe zum Spielplatz. Kaschmirziegen sind sehr neugierig, verhalten sich gegenüber Men­schen im Vergleich zu anderen Ziegenrassen jedoch eher zurückhaltend. Sie kommen zwar gerne auf Menschen zu, eignen sich aber nicht als Streicheltiere.

Kaschmirziegen stammen aus den ariden Hochgebirgssteppen Zentralasiens. Sie gehören keiner einzelnen Rasse an, vielmehr bilden sie eine Rassegruppe mit dem gemeinsamen Merkmal der feinen Unterwolle. Es handelt sich um klein-bis mittel­rahmige Ziegen mit Schlappohren. Die Böcke tragen lange, nach außen drehende imposante Hörner, Ziegen kleine sichelförmige. Sie ernähren sich von Gräsern, Flechten, Moos und Kräutern.  

Die natürlichen Farben des prächtigen Fells von Kaschmirziegen sind weiß, grau, braun und schwarz. An die extreme Kälte ihrer Heimat in den Wintermonaten haben sich die Kaschmirziegen im Laufe der Zeit natürlich angepasst. Die Tiere schützen sich mit einem lockeren Vlies aus langem und relativ grobem Haar, dem sogenannten Grannenhaar. Darunter wächst ein sehr weiches, feines, glattes und wärmendes Flaumhaar, das Duvet. Dieses Flaumhaar kann zur edelsten Wolle der Welt verarbeitet werden: Kaschmir.   

Durchschnittlich produziert eine Kaschmirziege nur ca. 150 bis 400 Gramm Flaum­haar pro Jahr. Die Frage, warum Kaschmir so teuer ist ergibt sich aus der natürlichen Knappheit der Faser und der großen Nachfrage. Für die Herstellung eines Pullovers aus reinem Kaschmir wird der jährliche Ertrag von 2 bis 5 Tieren benötigt. Zum Vergleich: Aus dem Ertrag an Schafwolle von einem Tier lassen sich durchschnittlich gut 10 Pullover produzieren.

Die Kaschmirziege stammt aus den Hochgebirgssteppen Zentralasiens, wo sie in kleinen Gruppen lebten. Die edle Wolle, die im Frühjahr ausgekämmt werden kann, ist den Tieren zum Verhängnis geworden. Heute leben die meisten Tiere in großen Farmen insbesondere in der Mongolei und in China aber auch in Australien, Neusee­land und Schottland. Die oft rücksichtslosen Methoden der Wollgewinnung in eini­gen Ländern stehen zu Recht in der Kritik von Tierschutzorganisationen. Darüber hinaus führt die massenhafte Haltung zu einer massiven Überweidung, so dass die abgegrasten Flächen zunehmend verwüsten.  

Wenn Sie sich für eine Tierpatenschaft interessieren, wenden Sie sich bitte an die Thüringer Zoopark-Stiftung: www.zooparkstiftung-erfurt.de/patenschaften