The Wayback Machine - https://web.archive.org/web/20200204165351/https://programm.ard.de/?sendung=2811115490697217
    • 13.09.2015
      11:00 Uhr
      West ART Talk Keine Arbeit - kein Leben? | WDR Fernsehen
       

      Wie wirkt sich der Wandel der Erwerbsmöglichkeiten auf unser Leben aus? Welche Bedeutung hat die Arbeit als Sinnstifter für die eigene Existenz? Ist das Versprechen vom Wohlstand durch Arbeit noch haltbar? Wie sehr hängen gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung vom Beruf ab? Und gibt es tatsächlich eine Alternative zu unserer "Arbeits-Gesellschaft"? Bei Holger Noltze diskutieren:

      • Michael Bohmeyer, Startup-Gründer
      • Sabine Donauer, Historikerin
      • Inge Hannemann, ehemalige Arbeitsvermittlerin
      • Johan Simons, Chef der Ruhrtriennale
      • Eyüp Yildiz, stellvertretende Bürgermeister von Dinslaken

      Sonntag, 13.09.15
      11:00 - 12:25 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo

      Wie wirkt sich der Wandel der Erwerbsmöglichkeiten auf unser Leben aus? Welche Bedeutung hat die Arbeit als Sinnstifter für die eigene Existenz? Ist das Versprechen vom Wohlstand durch Arbeit noch haltbar? Wie sehr hängen gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung vom Beruf ab? Und gibt es tatsächlich eine Alternative zu unserer "Arbeits-Gesellschaft"? Bei Holger Noltze diskutieren:

      • Michael Bohmeyer, Startup-Gründer
      • Sabine Donauer, Historikerin
      • Inge Hannemann, ehemalige Arbeitsvermittlerin
      • Johan Simons, Chef der Ruhrtriennale
      • Eyüp Yildiz, stellvertretende Bürgermeister von Dinslaken

       

      Sicherer Job, gutes Einkommen und einen Arbeitsplatz in einem angesehenen Konzern - für viele Beschäftigte galt dies lange Zeit als Idealvorstellung vom Arbeitsleben. Doch damit ist längst Schluss. Wo früher Arbeiter bohrten und schraubten, bauen heute Roboter Autos zusammen und laden LKW ein und aus. Die Industrie ist automatisiert und digitalisiert. Der Wohlstand des Landes kann mit immer weniger Beschäftigten gesichert werden. Der Rest? Wird nicht gebraucht und aussortiert.

      Besonders deutlich zeigte sich der Wandel in den vergangenen Jahrzehnten im Ruhrgebiet: Kohlekrise, Ende des Bergbaus, Abwanderung von Nokia und Opel-Schließung sorgten dafür, dass diejenigen auf der Strecke blieben, die einst der Arbeiterstolz des Landes waren. Leben ohne Arbeit - in NRW traf das im August 2015 auf 750.320 Menschen zu. Besonders hoch ist die Quote in Städten wie Gelsenkirchen, Duisburg, Herne, Dortmund oder Essen.

      Wie geht unsere Gesellschaft um mit jenen, die scheinbar zu nichts mehr gebraucht werden? Antworten sucht auch die Kunst. Ruhrtriennale-Intendant Johan Simons zeigte mit der Eröffnungsinszenierung des Gesellschaftsdramas "Accattone" von Pier Paolo Pasolini, was hoffnungslose Arbeitslosigkeit mit Menschen macht. Die Themen Arbeit, Arbeitslosigkeit und Armut ziehen sich durch das gesamte Programm des Festivals und auch der West ART Talk fragt: Wie wirkt sich der Wandel der Erwerbsmöglichkeiten auf unser Leben aus? Welche Bedeutung hat die Arbeit als Sinnstifter für die eigene Existenz? Ist das Versprechen vom Wohlstand durch Arbeit noch haltbar? Wie sehr hängen gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung vom Beruf ab? Und gibt es tatsächlich eine Alternative zu unserer "Arbeits-Gesellschaft"? Darüber diskutiert Holger Noltze im West ART-Studio live mit seinen Gästen:

      • Michael Bohmeyer

      Der Startup-Gründer setzt sich für ein monatliches Grundeinkommen ein. 15 Menschen hat er dies per Crowdfunding bereits ermöglicht.

      • Sabine Donauer

      Die Historikerin erforscht, wie sich unsere Arbeitsgefühle seit Beginn des 20. Jahrhunderts verändert haben. Ende Oktober erscheint dazu ihr Buch "Frohes Schaffen. Arbeitsgefühle als Wirtschaftsfaktor".

      • Inge Hannemann

      Die ehemalige Arbeitsvermittlerin kämpft gegen die Missstände des Hartz-IV-Systems und dokumentiert in ihrem Buch "Hartz-IV-Rebellin", was täglich in Deutschlands Jobcentern geschieht.

      • Johan Simons

      Der neue Chef der Ruhrtriennale inszenierte zum Auftakt mit "Accattone" Pasolinis Geschichte eines Arbeitsverweigerers. Als Spielstätte des sozialkritischen Stücks wählte er die Kohlenmischhalle der Zeche Lohberg in Dinslaken.

      • Eyüp Yildiz

      Der stellvertretende Bürgermeister von Dinslaken beklagte im Vorfeld der Ruhrtriennale, dass der Spielort als "pittoreske Schachtkulisse" missbraucht werde und die Bürger außen vor blieben.

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